Brief ins Ausland adressieren: Länderzeile und Format

Redaktion AddressValid Aktualisiert 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Für einen Brief ins Ausland schreibst du die Anschrift im Format des Ziellandes, den Ort in Großbuchstaben und als letzte Zeile das Zielland in Großbuchstaben auf Deutsch, Französisch oder Englisch. Länderkürzel wie A- oder F- vor der Postleitzahl setzt du nicht. Absender oben links, Marke oben rechts.

Karton mit brasilianischen Luftpostumschlägen mit PAR-AVION-Aufdruck und grün-gelbem Rand
Foto: Almanaque Lusofonista, CC BY 3.0 br, via Wikimedia Commons

Auf einem Auslandsbrief stehen zwei Adressen in einer. Die letzte Zeile ist für die Deutsche Post bestimmt; sie entscheidet nur, in welches Land der Brief fliegt. Alles darüber liest die Post des Ziellandes, mit ihren eigenen Regeln und Maschinen. Wer das verstanden hat, braucht keine Länderliste auswendig zu lernen.

Die Regeln der Deutschen Post

Die Deutsche Post fasst ihre Vorgaben für Briefe ins Ausland knapp zusammen:

Auslandsbrief: die Vorgaben der Deutschen Post
  • Zielland in der letzten Zeile, unter dem Ort
  • Zielland in Großbuchstaben, auf Deutsch, Französisch oder Englisch
  • Ort ebenfalls in Großbuchstaben, möglichst in der Sprache des Ziellandes
  • Keine Länderkürzel wie F oder NL vor Ort oder Postleitzahl
  • Linksbündig, eine Schrift, eine Größe, gleiche Zeilenabstände
  • Dunkle Schrift auf hellem Grund, keine Rahmen
  • Standardbrief: 15 mm Rand links, rechts, unten; 40 mm oben
  • Marke oben rechts auf der Anschriftseite

Quelle: Deutsche Post

Der Punkt mit den Länderkürzeln überrascht viele, die noch A-1010 Wien gelernt haben. Das UPU-Blatt der Deutschen Post erklärt den Grund am Beispiel der eigenen Postleitzahlen: Ein D- oder DE- davor kann die Bearbeitung in Sortiermaschinen verzögern. Die Maschine sucht fünf Ziffern und findet etwas anderes.

Wo die Postleitzahl im Zielland steht

Das Format oberhalb der Länderzeile richtet sich nach dem Zielland. Für die häufigsten Ziele aus Deutschland zeigen die Einträge im Adresskatalog des Weltpostvereins diese Ortszeilen:

ZiellandOrtszeile laut UPU-BlattBesonderheit
Österreich1010 WIEN4 Ziffern vor dem Ort
Schweiz2544 BETTLACH4 Ziffern vor dem Ort, bei Doppelnamen Kanton dahinter
Frankreich33380 MIOSHausnummer vor der Straße
Niederlande6832 AM ARNHEM4 Ziffern, Leerzeichen, 2 Buchstaben, zwei Leerzeichen vor dem Ort
Vereinigtes KönigreichLONDON, darunter EC1Y 8SYPostcode in eigener Zeile
USASPRINGFIELD VA 22162-1010Bundesstaat, dann ZIP Code
KanadaMONTREAL QC H3Z 2Y7Provinz, dann Postleitzahl
IrlandMACROOM, CO. CORK, T37 F8HKEircode in eigener Zeile

Die Nachbarländer machen es Deutschen leicht, weil die Postleitzahl wie gewohnt vor dem Ort steht. Großbritannien, die USA und Kanada drehen die Reihenfolge um. Dafür gibt es eigene Anleitungen: Brief nach England adressieren und Brief in die USA adressieren.

Drei Musteranschriften aus den Nachbarländern

Österreich, mit einer Wiener Besonderheit in der Straßenzeile:

Herrn
Max Maier
Rennbahnweg 25/2/15
1220 WIEN
ÖSTERREICH

Die Schrägstriche trennen laut UPU-Blatt Hausnummer, Stiege und Wohnung. So steht es auf österreichischen Briefen; übernimm die Angabe genau, wie der Empfänger sie schreibt.

Frankreich, wo die Hausnummer vorn steht:

Monsieur Jean DURAND
25 RUE DES FLEURS
33500 LIBOURNE
FRANKREICH

Das UPU-Blatt von La Poste nennt dazu klare Grenzen: höchstens sechs Zeilen, bei internationalen Sendungen sieben, höchstens 38 Zeichen pro Zeile, keine Satzzeichen ab der Straßenzeile, keine Leerzeilen. Steht hinter dem Ort das Wort CEDEX, lass es stehen; es kennzeichnet eine besondere Zustellung für Firmenpost.

Schweiz:

Herrn
Rudolf Weber
Solothurnstrasse 28
2544 BETTLACH
SCHWEIZ

Schweizer schreiben „Strasse“ ohne ß. Gibt es einen Ortsnamen mehrfach, kommt laut UPU-Blatt das Kantonskürzel dahinter. Bei Postfächern will die Schweizer Post genau wissen, in welcher Poststelle das Fach liegt.

Die Anschriften stammen aus den UPU-Beispielen und dienen nur der Veranschaulichung.

Niederlande und Irland: zwei Formate mit Tücken

Niederländische Postleitzahlen sehen aus wie eine Mischung aus deutscher und britischer: vier Ziffern, ein Leerzeichen, zwei Großbuchstaben. Das UPU-Blatt verlangt außerdem zwei Leerzeichen zwischen den Buchstaben und dem Ortsnamen, also 6832 AM ARNHEM. Wer die Buchstaben vergisst oder klein schreibt, macht die Postleitzahl unbrauchbar, denn sie teilen den Zustellbereich weiter auf. Hausnummern mit Zusatz stehen in den Beispielen als Drieslag 5-1, mit Bindestrich direkt an der Nummer.

Irland vergibt mit dem Eircode jeder Adresse einen eigenen Code. Er hat sieben Zeichen: drei für die Leitregion, vier als eindeutige Kennung, mit einem Leerzeichen dazwischen, zum Beispiel T37 F8HK. Er steht in einer eigenen Zeile unter der Grafschaft. Das UPU-Blatt von An Post nennt außerdem eine Obergrenze von 32 Zeichen pro Zeile ohne Leerzeichen, keine Satzzeichen und keine Leerzeilen. Die Grafschaft entfällt, wenn sie genauso heißt wie der Ort.

Warum Deutsch in der Länderzeile reicht

Manche schreiben das Zielland aus Höflichkeit in der Landessprache, etwa SVERIGE für Schweden. Das ist gut gemeint, aber unnötig. Die letzte Zeile liest die Deutsche Post, um den Brief an das richtige Ausland weiterzuleiten. Im Zielland zählen dann vor allem Ortszeile und Straße.

Deshalb ist SCHWEDEN die sicherste Wahl, wenn du in Deutschland einwirfst. Englisch oder Französisch funktionieren auch. Eine Landessprache, die die Deutsche Post nicht ausdrücklich nennt, ist dagegen ein unnötiges Risiko.

Sechs Zeilen, ausgeschriebener Ländername

Canada Post begrenzt internationale Anschriften auf sechs Zeilen. Das ist eine gute Obergrenze für jedes Land. Brauchst du mehr, steht vermutlich etwas doppelt: eine Grafschaft, die in Großbritannien niemand braucht, ein Bundesland, das in Österreich nicht in die Adresse gehört, oder eine Telefonnummer, die auf die Zollinhaltserklärung gehört.

Kürze das Zielland nicht ab. Canada Post nennt in ihren Richtlinien „UK“ und „UAE“ ausdrücklich als Formen, die man nicht verwenden soll. Ausgeschrieben gibt es keine Verwechslung.

Die Länderzeile: richtig und falsch
KriteriumRichtigFalsch
ÖsterreichÖSTERREICH oder AUSTRIAA- vor der PLZ
SchweizSCHWEIZ oder SWITZERLANDCH-8001 Zürich
Vereinigtes KönigreichUNITED KINGDOMUK, GB- vor dem Postcode
PositionLetzte Zeile, alleinNeben dem Ort
SchreibweiseGroßbuchstabenKleinschreibung, unterstrichen

Quelle: Deutsche Post; Canada Post Addressing Guidelines

Absender und Zoll

Der Absender gehört auch auf Auslandsbriefe, oben links. Kann der Brief nicht zugestellt werden, muss er zurückfinden. Für den Rückweg ergänzt du unter deiner Anschrift GERMANY oder DEUTSCHLAND.

Für Waren in Länder außerhalb der EU brauchst du eine Zollinhaltserklärung. Die Anschrift darauf muss mit der auf der Sendung übereinstimmen. Das betrifft auch die Schweiz und das Vereinigte Königreich, die beide nicht zur EU gehören.

Vor dem Einwerfen prüfen

Unser Werkzeug zur Adressprüfung kennt die Postleitzahlmuster von 15 Ländern, darunter Österreich, die Schweiz, Frankreich, die Niederlande, das Vereinigte Königreich, die USA und Kanada. Wählst du Deutschland als Versandland, setzt es die Länderzeile auf Deutsch darunter und sortiert die Zeilen so, wie das Zielland es erwartet. Ob die Anschrift existiert, kann es nicht prüfen. Dafür braucht es einen Abgleich mit Postdaten, den wir unter Adresse überprüfen beschreiben. Firmen, die täglich ins Ausland versenden, können diese Logik direkt in ihr Bestellsystem einbauen lassen, etwa von einem Studio wie OnlineBuilders.

Für deinen nächsten Auslandsbrief: Schreib zuerst das Zielland in die unterste Zeile, dann darüber die Ortszeile im Format aus der Tabelle, und fülle den Rest von oben auf.

Häufige Fragen

In welcher Sprache schreibe ich das Zielland?

Die Deutsche Post akzeptiert Deutsch, Französisch oder Englisch, immer in Großbuchstaben. ÖSTERREICH, AUTRICHE und AUSTRIA sind also alle richtig. Wichtig ist, dass die Zeile allein steht und ganz unten.

Darf ich noch A-1010 oder CH-8001 schreiben?

Nein. Die Deutsche Post schreibt ausdrücklich, dass bei Auslandssendungen keine Länderkürzel vor Ort oder Postleitzahl gesetzt werden. Das Zielland steht stattdessen ausgeschrieben in der letzten Zeile.

Muss der Ort in Großbuchstaben stehen?

Die Deutsche Post verlangt es für Auslandssendungen, und zwar möglichst in der Sprache des Ziellandes. Für Genf hieße das GENÈVE statt GENF. Das UPU-Blatt der Schweiz selbst schreibt in seinem Beispiel allerdings GENEVA.

Wie viele Zeilen darf eine Auslandsanschrift haben?

Canada Post begrenzt Auslandsanschriften auf sechs Zeilen, La Poste nennt für Frankreich sieben Zeilen bei internationalen Sendungen. Mit sechs Zeilen bist du fast überall auf der sicheren Seite.